Keine Panik, aber Vorsicht.

Am 22. Januar 2018 titelt die ARD-Sendung „Hart aber Fair“: Crash der Lebensversicherungen – Panikmache oder echte Gefahr? Vertreter aus Politik, Versicherungsbranche, Sozialverbänden, Verbraucherschutz und Wirtschaftspresse lieferten sich eine heiße Diskussion über das beliebteste Altersvorsorgeprodukt der Deutschen.

Lebensversicherungs-Auszahlung für viele enttäuschend
Für den Zuschauer wurde deutlich, dass vielen Verbraucher bei Abschluss einer Police die Komplexität des Produkts nicht ausreichend erläutert wird. Viele verlassen sich auf die bei Vertragsabschluss prognostizierte Auszahlungssumme und übersehen, dass darin auch nicht garantierte Gewinnanteile enthalten sind. Entsprechend groß ist die Enttäuschung, wenn heute eine Police fällig wird und die Versicherungsgesellschaft in den vergangenen Niedrigzinsjahren deutlich weniger erwirtschaftet hat, als seinerzeit errechnet. Viele Versicherte sehen in einer Kapitallebensversicherung vor allem ein Sparprodukt und wissen nicht, dass die Kosten des Risiko- oder Todesfallschutzes die Auszahlung deutlich schmälern.

Crash nicht in Sicht
Die aktuelle Diskussion über die Frage, ob es einen Crash der Lebensversicherer gibt, verunsichert die Policeninhaber zusätzlich. Natürlich belasten die aktuellen Null-Zinsen die Versicherer sehr, sogar so sehr, dass einige zukünftig gar keine Produkte mit Garantiezins mehr anbieten wollen, weil die Rahmenbedingungen dies unmöglich machen. Dennoch haben laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft alle Versicherungsunternehmen zum 01.01.2018 die Solvenz-Anforderungen erfüllt und ein Crash sei kein Thema.

Wenn vorzeitig raus, dann besser Lebensversicherung verkaufen statt kündigen
Viele Verbraucher sind aber so verunsichert, dass sie über die vorzeitige Auflösung ihres Vertrags nachdenken. Die Wirtschaftsjournalistin in der Runde brachte es auf den Punkt. Sie meinte, man könne nicht warnen, nach dem Motto „geht alle raus und kündigt die LV“. Kündigung sei die teuerste Variante. Wer eine vor 2005 abgeschlossene Police habe, solle sich genau überlegen, ob eine vorzeitige Beendigung sich lohnt. Neuere Verträge nach 2005 solle man statt zu kündigen lieber weiter verkaufen an externe Dienstleister, die sich hierauf spezialisiert haben. Da bekomme man mehr als vom Versicherer.

„Schreckgespenst Run Off“ – Finanzaufsicht hat ein Auge darauf
Es wurde in der Sendung klar, dass auch das Auslagern von Versicherungsbeständen an Investoren, der so genannte Run-off, Versicherte nicht in Panik versetzen sollte, da die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) diese Unternehmen genau unter die Lupe nimmt. Ziel des Run-offs ist es, Versicherungsbestände zu bündeln und effizienter und kostengünstiger zu verwalten. An der Verpflichtung, die Garantien zu erfüllen, ändert der Eigentümerwechsel nichts.

Verständlicher Vertrauensverlust bei Versicherungsnehmern
Bei all den Schreckensmeldungen und Enttäuschungen, die Versicherte in Zusammenhang mit ihren Verträgen derzeit erleben, ist es allzu verständlich, wenn sich der ein oder andere mit dem Gedanken trägt, aus diesem Produkt vorzeitig auszusteigen. Es ist sicher sinnvoll, die Police nochmals genau anzuschauen und das Für und Wider abzuwägen, ob die Alternative des Verkaufs evtl. der bessere Weg ist.

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